Kolga Tbilisi Photo Festival: Bilderschau zwischen Ost und West

In Georgiens Hauptstadt Tbilisi treffen sich jedes Jahr Anfang Mai Fotograf:innen aus der ganzen Welt zum Festival Kolga Tbilisi Photo.

Von Andreas Oetker-Kast, Tbilisi

2002 von Beso Khaindrava als Fotowettbewerb gegründet, hat sich das Festival zu einer ausgedehnten Bilderschau entwickelt. Gezeigt werden klassische, aber auch internationale Themen, die interessant sind für das georgische Publikum. Die Vorschläge kommen mittlerweile von einem Team, dazu gehört neben Khaindrava die georgische Kuratorin Teona Gogichaishvili, die allerdings in Deutschland lebt, arbeitet und unterrichtet, dann die Kölner Galeristin Tina Schelhorn sowie die Festivalmanagerin Nino-Ana Samkharadze. Alle vier bringen gleichberechtigt ihre Projekte ein. Daraus wird dann Kolga.

Inhalt und Ort sorgen für Spannung

Neben der Gegenüberstellung der Themen ist es die Kombination aus Inhalt und Ort, die dieses Festival so interessant macht. So zum Beispiel das historische Museum im Karvasla Gebäude, das früher eine Station auf der Seidenstraße war. Aber auch Galerien luden zu Eröffnungen von Einzelausstellungen und so immer wieder zu einem Treffen mit der lokalen Künstler:innen- und Fotograf:innen-Szene. Zum Beispiel die Black and White Gallery mit dem Projekt „Take me Home“ der georgischen Fotografin Mariam Amurvelashvili, die in einfühlsamen Portraits Menschen zeigt, die Streunerhunde adoptiert haben.

Mehr ausgewählte Fotografien

Jedes Jahr ein neues Highlight

Vor allem aber die Eröffnung mit der Verleihung des Kolga Awards macht das Festival zu etwas Besonderem. Immer wieder gelingt es dem Team, daraus ein Fest zu machen. 2019 luden sie in die ehemalige Station der Schwebebahn, ein Innenhof gelegen direkt an der Hauptverkehrsader Rustaveli Avenue. Ein Aufgang im Hof windet sich um einen monumentalen Bilderturm, der die nominierten Arbeiten der einzelnen Kategorien zeigt. Man kann sich die Bilder erlaufen, stehen bleiben, schauen, diskutieren, weitergehen. Später findet unten im Hof die feierliche Preisverleihung statt. Die Bilder und Geschichten werden auf einem großen Video-Screen gezeigt und die Gewinner:innen gebührend gefeiert, denn hier ist Fotografie ein Fest.


Wer die Eröffnung verpasst hat, kann im Juni noch der Ausstellungseröffnung von Jonas Bendiksen beiwohnen, die im Rahmen des Festivalprogramms stattfindet. Mehr Informationen hier.

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