Home is (t)here: Flüchtlinge aus Bosnien und Herzegowina in San Francisco heute

Home is (t)here: Flüchtlinge aus Bosnien und Herzegowina[1] in San Francisco heute

von Zorana Simić, Berkeley

Die Forschungsarbeit bezieht sich auf eine ethnographische Feldstudie, die ich im Jahr 2016 in San Francisco durchgeführt habe. Hierbei habe ich halbstrukturierte Leitfadeninterviews mit über 40 InformantInnen geführt. Sie alle mussten in jungen Jahren in den 1990ern aufgrund der Zerfallskriege im ehemaligen Jugoslawien ihre Heimat verlassen. Heute sind die InformantInnen zwischen 25 und 40 Jahre alt. Vergangene Forschungsvorhaben auf diesem Feld fanden unter jungen Männern und Frauen als einen wesentlichen Bestandteil die Gleichgültigkeit oder sogar Missachtung der nationalen Identität heraus (Fenton 2007:335, Cox und Connell 2003:330, Glick Schiller et. al. 2004). Signalisiert uns das eine nicht-nationale Generation? Ich argumentiere, dass die sozialen Beziehungen von MigrantInnen und Flüchtlingen nicht auf einzelne Nationen beschränkt werden können, sondern „transnational“ sind (Fenton 2007:336). In den letzten Jahren hat der Umfang transnationaler Bindungen erheblich zugenommen, teilweise aufgrund der Globalisierungsprozesse. Unter solchen neuen Bedingungen ist es nachvollziehbar, warum Levitt und Schiller (2004) behaupten, dass Assimilierung und beständige transnationale Beziehungen weder inkompatibel noch binäre Gegensätze sind. Meine empirischen Untersuchungen deuten darauf hin, dass ImmigrantInnen zunehmend transnationaler werden und dabei ein Einzelfeld für soziales Handeln kreieren, das zugleich das Heimat- und Gastland umschließt.

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Dieser Artikel erschien in der Printausgabe Ost Journal 01/2017: Was ist Ost-Europa? Gehören Sie zu den Ersten und lesen Sie unsere Artikel in der Printausgabe und unterstützen sie das Ost Journal durch ein Abonnement.

San Francisco Quelle: Jared Erondu, StockSnap,(CC0 1.0)
San Francisco, Quelle: Jared Erondu, StockSnap,(CC0 1.0)

Die Kriege in Bosnien dauerten dreieinhalb Jahre an und wurden 1995 mit der Unterzeichnung des Dayton-Friedensabkommensbeendet.[2] Bis dahin erbrachte der Krieg 1.2 Millionen Flüchtlinge aus Bosnien. Das vom bosnischen, kroatischen, und serbischen Präsidenten unterzeichnete Friedensabkommenteilte das Land in zwei – in die serbische Entität, Republika Srpska[3] genannt, und die muslimisch-kroatische Föderation, auch bekannt unter dem Namen Föderation Bosnien und Herzegowina.[4] Trotz des Friedensabkommens und dem Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen sind viele Flüchtlinge sowie Binnenvertriebene nicht in der Lage, zu ihrem früheren Wohnsitz zurückzukehren, da sie nun von den anderen ethnischen Gruppen kontrolliert werden. Der größte Anteil der bosnischen Diaspora besteht aus den MigrantInnen, die in den 90er Jahren aufgrund direkter oder indirekter Folgen des Konflikts ihre Heimat verlassen mussten (Valenta et al. 2011). Heute repräsentieren BosnierInnen[5] die zerstreuteste Gemeinde vom dem Balkan in der Diaspora. Allerdings gibt es wenige Forschungsarbeiten dazu, wie sich bosnische Flüchtlinge in den neuen Ländern zurechtgefunden haben. Meine Forschung soll diese perspektivische Lücke anhand einer Bestandsaufnahme im Raum San Francisco füllen.

Wie mit den meisten neu ankommenden Migrantengruppen ist es schwierig, ein umfassendes und akkurates Bild der bosnischen Flüchtlinge in den USA zu kreieren. Daten aus Sekundärquellen stehen nur begrenzt zur Verfügung, da BosnierInnen so gut wie immer unter der Kategorie „weiß“ aufgelistet wurden und meist mit keiner weiteren Differenzierung durch Sprache oder Herkunftsland hervorgehoben wurden. Darüber hinaus unterscheiden Datenquellen über EinwandererInnen zum Teil nicht zwischen Flüchtlingen und Migranten. Zudem gibt es keine einschlägigen Volkszählungsdaten für den Zensus 1990 und Zensus 2000 (Morse et al. 1998). Weitere Informationsquellen wie Schulen, community colleges, Flüchtlingsdienste und Gesundheitskliniken haben begrenzte Informationen oder Daten, die nur schwer zugänglich sind. Aufgrund mehrfacher Migration werden selbst Zahlen, die vom US-Außenministerium und von Umsiedlungsstellen zur Verfügung stehen nicht als genau genug betrachtet (Dimeo et al. 1996). Nicht zuletzt siedelten sich auch bosnische KroatInnen und SerbInnen in den USA an, die ihre bosnische Staatsbürgerschaft ablehnten und es bevorzugten, ihre ehemalige jugoslawische Staatsbürgerschaft durch die kroatische oder serbische zu ersetzen. Diese bosnisch geborenen EinwanderInnen erscheinen in den US-Datenquellen nicht als BosnierInnen, da diese statistische Erfassung für EinwanderInnen nicht den Geburtsort, sondern die Staatsangehörigkeit einer Person angibt (International RescueCommittee 1997).

Die ersten Flüchtlinge des grausamen Krieges in Bosnien haben sich ab Juni 1993 in der Region um San Francisco angesiedelt. Laut dem amerikanischen Außenministerium weisen die Angaben zwischen Juni 1993 und Mai 1998 darauf hin, dass in dieser Zeitspanne offiziell 1.286 BosnierInnen nach San Francisco und insgesamt 4.548 BosnierInnen nach Kalifornien umgesiedelt wurden (Dimeo et al. 1996). Die exakte Anzahl von bosnischen Flüchtlingen ist allerdings aufgrund der zuvor genannten Gründe schwer zu beziffern. Zudem bestehen verschiedene statistische Definitionen von Flüchtlingen. Bei manchen Statistiken scheint es,als seien sowohl die Flüchtlinge als auch ihre zusammengeführten Personen mitinbegriffen, andere Statistiken hingegen schließen zusammengeführte Personen aus.

Ziel dieses Beitrages ist es, die vielschichtige transnationale Verortung der bosnischen Flüchtlinge darzulegen, die amerikanische Einwanderungsgesetzgebung der 90er Jahre sowie deren Auswirkungen zu erfassen, um anschließend auf die Integrationserfahrung der Geflüchteten einzugehen. Abschließend werde ich meine Rolle als Forscherin im vorgesehenen Feld kurz erläutern.

 

Schichten transnationaler Verortung

Kalifornien hat sich heute für Tausende von bosnischen Flüchtlingen als neues Zuhause etabliert. Der Großraum San Francisco, welcher die Counties Alameda, Contra Costa, Marin, San Francisco, San Mateo, und Santa Clara miteinschließt, ist innerhalb der USA einer der primären Bestimmungsorte für bosnische Flüchtlinge. Nachdem einige der Geflüchteten körperliche und emotionale Traumata überstanden, zudem noch ihre Heimat, Freunde und Familienmitglieder im Krieg verloren haben, kaum oder nur wenig Englisch sprachen und aus einem Land rausgerissen wurden, das ihnen nah am Herzen lag, gelang es ihnen trotz all dieser Herausforderungen, sich ein neues Leben aufzubauen (Weine et al. 1995). Innerhalb der ersten Monate in San Francisco erhielten die Flüchtlinge bei zahlreichen Aspekten ihrer Umsiedlung Unterstützung von einer Vielzahl öffentlicher und privater Hilfsorganisationen. Diese Organisationen arbeiteten mit den Neuankömmlingen eng zusammen und führten sie durch die anfänglichen Aufgaben, damit sich diese ein neues Leben aufbauen konnten: Suche nach Wohnraum, das Erlernen der Sprache, die Schulanmeldung ihrer Kinder, Suche nach Arbeit und die Einarbeitung in zukünftige Berufe sowie den Zugang zur Gesundheitsversorgung. Nach Vollendung dieser Kurzprogramme verloren sie die MigrantInnen aus dem Blick, da diese Organisationen aufgrund beschränkter Finanzierungsmöglichkeiten nicht weiter in der Lage waren, die Fortschritte der Flüchtlinge zu verfolgen. Somit begannen manche ihr neues Leben in San Francisco unter dem Deckmantel der Anonymität. Andere wiederum wendeten sich an religiöse Institutionen. Das taten sie nicht nur aufgrund materieller Unterstützung, sondern auch aufgrund der Sehnsucht nach einem vertrauteren Umfeld.

Die bosnische Gemeinschaft in San Francisco ist sehr heterogen aufgestellt: Differenzen der religiösen, ethnischen und politischen Identität machen es schwer, den oder die „BosnierInnen“ zu definieren. Weitere Differenzen zwischen ehemaligen urbanen und ruralen Bewohnern können den Akkulturationsprozessstark beeinflussen. Zudem kamen bosnische Muslime, auch unter dem Begriff Bosniaken bekannt, ohne eine zuvor etablierte Organisation oder signifikante ko-ethnische Gemeinschaft nach San Francisco. Die wenigen Bosniaken, mit denen ich über ihr Leben im neuen Land sprach, erzählten mir, dass sie sich zu Beginn an Islamische Zentren gewendet hatten. Jedoch haben sie schnell feststellen müssen, dass ihr muslimischer Glaube nicht mit dem der Araber, Pakistanis und dergleichen übereinstimmte. Die serbische Gemeinde wiederum befand sich im Großraum San Francisco bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Demzufolge wandten sich einige serbische Flüchtlinge aus Bosnien zunächst an die serbisch-orthodoxe Kirche. Dadurch stellten sie schnell hilfreiche Kontakte her. Bosniaken hingegen mussten zuerst eine muslimische Gemeinschaft etablieren, die ihren religiösen Erfordernissen entsprach. Nicht jeder bosnische Serbe, der sich zu Beginn an die serbisch-orthodoxe Kirche gewendet hatte, verfolgte dabei religiöse Motive. Manche suchten die Gemeinde aus praktischen Gründen auf oder weil sie sich nach einem familiären Umfeld sehnten. Viele hatten sich vor dem Krieg nicht einmal aktiv an einem Gemeindeleben beteiligt. Als sie allerdings in ein für sie fremdes Land umsiedelten, erschien die Kirche ein guter Sammelpunkt, um Unterstützung zu erhalten. Erst später nahmen manche die Werte an, welche die Kirche vermittelte. Eine junge Frau erklärte mir bei unserem Treffen, dass sie sich dank der serbisch-orthodoxen Gemeinde in San Francisco zum Glauben gewendet hatte. Mehr noch – es sei der Glaube gewesen, der sie in der Fremde persönlich gestärkt hätte und sie dazu ermutigte, ihr Leben zu überdenken, das sie im Krieg erfahren habe.

Meine ethnographische Feldstudie stützt sich vor allem auf bosnische Serben, die in dem Teil Bosniens geboren sind, das heute der kroatisch-muslimischen Föderation angehört. Dieses bewusst gesetzte Sampling demonstriert die heutige Spaltung Bosniens und entfaltet die Komplexität der vielseitigen transnationalen Zuordnungen. Manch einer fühlt sich heute stärker mit RS oder Serbien verbunden als mit dem eigentlichen Geburtsort. In bestimmten Fällen wurde die nationale Zugehörigkeit zur „serbischen Nation“ gestärkt, da sich ihre ursprüngliche Heimat seit dem Bürgerkrieg wie ein verlorenes Zuhause anfühlte, zu dem sie heute keine Verbundenheit wahrnehmen möchten. Aufgrund der ethnischen Säuberungen während der Bosnienkriege flohen manche zuerst in die RS oder nach Serbien. Erst später setzten sie ihre Migration fort. Obwohl sich diese Orte für meine InformantInnen schlussendlich nur als Zwischenstationen erwiesen, verblieben sie wichtige Bezugspunkte in ihrem Leben, da sie einflussreiche Jahre in RS oder Serbien verbrachten, bevor sie die nötigen Papiere erhielten, um den Atlantik zu überqueren. Wenn einer bereits in jungen Jahren aus seiner Heimat fliehen und an mehreren Orten aufgrund der gegebenen Umstände leben muss, bevor dieser Mensch sein finales Ziel erreicht, führt das in vielen Fällen zu einem komplexen Zugehörigkeitsgefühl.

Meine Forschungsergebnisse strukturieren Vertovecs theoretischen Rahmen von einer „bi-focality“zu einer„multi-focality“ um (Vertovec 2006: 977). Damit soll aufgezeigt werden, dass der Heimatbegriff im Kontext bosnischer Flüchtlinge nicht nur auf zwei geographische Lagen zu begrenzen ist. Der Heimatbegriff kann sich sehr wohl auf mehrere Orte beziehen. Außerdem betonten manchemeiner InformantInnen, dass für sie nicht RS oder Serbien als Ganzes ein Heimatgefühl aufwies, sondern konkret die Ortschaft, in die sie geflohen sind. Das deutet auf eine eingeschränkte Begriffserklärung des Transnationalismus hin. Außerdem stellt sich die Frage, ob ein „Translokalismus“ dem zusätzlich unterlegt werden könnte. Hierunter versteht sich, dass die langfristigen, alltäglichen Interessen meiner InformantInnen sich nicht nur auf nationale, sondern lokale Bindungen beziehen lassen, vor allem solche, die dislozierte Formen von Familienbeziehungen und emotionaler Verbundenheit zum Heimatort beinhalten. Loyalität und Unterstützung werden primär auf lokaler Ebene gepflegt. Die meisten meiner Interviews verdeutlichen, dass das Alltagsinteresse der ImmigrantInnen sich auf ihren Heimatort, sowie lokale und familiäre Beziehungen herunterbrechen lässt. Selbst wenn die Bindungen von nationalen Interessen gelenkt werden, sind die grenzüberschreitenden Praktiken lokal bestimmt und primär dem Heimatort gewidmet.

Bei manch anderen meiner InformantInnen ist Brubakers „triadicnexus“ zutreffender. Hier wird Bezug auf die Beziehung zwischen dem nationalisierenden Staat, der nationalen Minderheit und dem Patronage-Staat[6] genommen: Laut Staatsangehörigkeit gehört man der Nation an, in der man lebt, aber anhand der ethnischen Zugehörigkeit dem externen Patronage-Staat (Brubaker 1995). Nationalisierender Staat, nationale Minderheit und Patronage-Staat stehen hier in einem interdependenten und interaktiven Verhältnis. Warum ist das für bosnische Flüchtlinge, die nun in den USA leben, relevant? Das Zugehörigkeitsgefühl zum Patronage-Staat kann in der Diaspora fortdauern. Vor dem Bürgerkrieg war Bosnien kein nationalisierender Staat. Bosnische SerbInnen und KroatInnen waren in dem wahrhaftig multinationalen Land keine ethnischen Minderheiten. Unabhängig von den eigentlichen Prozentsätzen gab es weder Mehr- noch Minderheiten. Brubakers theoretischer Ansatz zeigt auf, dass Serbien und Kroatien primär von in Bosnien lebenden nationalistischen SerbInnen und KroatInnen als Patronage-Staaten angesehen wurden. Die empirischen Forschungsergebnisse, die in San Francisco durchgeführt wurden, wandeln Brubakers theoretischen Rahmen ab, indem ein anderes Licht auf die Dimensionen und Komplexitäten der Transnationalismus-Frage geworfen wird. Viele meiner InformantInnen erhalten heute noch eine starke Beziehung zu Serbien aufrecht. In den meisten Fällen jedoch hat dies mehr mit persönlichen Schicksalen als mit nationalistischem Denken zu tun. Infolge der ethnischen Säuberungen floh die Mehrheit der bosnischen SerbInnen zuerst nach Serbien. Die Gründe, weshalb sich manche meiner InformantInnen heute primär mit Serbien und kaum noch mit Bosnien identifiziert, hängt eher damit zusammen, dass sie noch sehr jung waren,als sie aus ihrem Heimatland flohen. In Serbien verbrachten sie hingegen wiederum prägende Jahre ihrer Persönlichkeit, bevor sie in die USA auswanderten. Der modifizierte Rahmen dieser beiden theoretischen Ansätze soll aufzeigen, dass die transnationale Bindung diverse Schichten beinhaltet, die sich nicht allein auf zwei Nationen reduzieren lässt.

 

Einwanderungsgesetzgebung

Obwohl bereits einige Literatur zu den Zerfallskriegen des ehemaligen Jugoslawien und Amerikas Reaktion daraufvorhanden ist (Dimeo et al. 1996, Franz 2005), gibt es kaum Informationen dazu, wie sich die Flüchtlinge in den USA eingelebt haben (Coughlan 2011). In zahlreichen Studien wurde versucht, die Komplexitäten nationaler Zugehörigkeit in einem zunehmend transnationalen Umfeld zu untersuchen (Portes et al. 2006, Morawska 2004, Vertovec 2006, Vertovec 2007). Um die Auswirkungen der amerikanischen Einwanderungsgesetzgebung bosnischer Flüchtlinge darzulegen, werde ich kurz auf die deutsche Einwanderungsgesetzgebung der 1990er eingehen, um diese anschließend mit der amerikanischen zu vergleichen. Es wird nahelegen, weshalb viele bosnische Flüchtlinge sich gezwungenermaßen dazu „entschieden“, die Festung Europa hinter sich zu lassen und den Atlantik zu überqueren.

Obwohl die Rechtsvorschriften zur Aufnahme bosnischer Flüchtlinge in den USA kein bestimmtes Zeitfenster boten, war es die Absicht der US-Administration, die Eigenständigkeit der betroffenen Menschen so schnell wie möglich zu stärken. Prinzipiell können in den USA Flüchtlinge bereits nach einem Jahr dauerhafte Einwohner werden und nach fünf Jahren die amerikanische Staatsangehörigkeit beantragen. Die amerikanische Gesetzgebung führte 1992 ein Familienzusammenführungsprogramm für bosnische Flüchtlinge ein, das bis 2001 dauerte(Coughlan 2011:118). DieseSituation unterschied sich deutlich vom deutschen Kontext, wo hunderttausende von Flüchtlingen Deutschland verlassen mussten, nachdem das Friedensabkommen unterzeichnet wurde (Dimova 2006). Ebenso wie die USA durchlebte Deutschland in den 1990er Jahren massive Migrationsströme aus Bosnien. Die unterschiedlichen Rechtsvorschriften dieser beiden Länder gegenüber bosnischen Flüchtlingen sind eklatant. In Deutschland wurde bosnischen Flüchtlingen bis zur Unterzeichnung des Friedensabkommens Schutz gewährt. All diejenigen, die nach 1995 nach Deutschland einwandern wollten, konnten dies nicht unter dem Flüchtlingsstatus tun, sondern wurden als Nachkriegsmigranten klassifiziert. Darüber hinaus schoben deutsche Behörden Hunderttausende Flüchtlingen nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens ab, sofern sie nicht posttraumatische Belastungsstörungen nachweisen konnten, was die Flüchtlinge in eine äußerste prekäre Situation brachte und teilweise zu unangenehmen Dynamiken innerhalb der bosnischen Gemeinschaft führte. Dies resultierte in einer Art Wettstreit darüber, wer im Krieg am meisten erlitten habe. Obwohl der Krieg über zwanzig Jahre her ist, werden in den USA hingegen bosnische Flüchtlinge bis heute unter dem Flüchtlingsstatus aufgenommen. Viele der Geflüchteten, die zunächst in Deutschland Unterschlupf fanden und anschließend abgeschoben wurden, wollten nicht in ihr kriegsgebeuteltes Heimatland zurückkehren. Stattdessen entschieden sie sich, weiter in Richtung Amerika zu migrieren und überquerten den Atlantik. Deutschland entpuppte sich in dieser Entwicklung als Transitland, denn für bosnische Flüchtlinge waren die USA das Hauptziel. In den USA war es dabei sehr gängig, mithilfe von Bekannten, die bereits im Land lebten, einzuwandern. Die amerikanischen Behörden verlangten eine Art „Sponsoren“, die bereit waren, für den betroffenen Flüchtling zu haften. Migrationsketten solcher Art sind unter bosnischen Flüchtlingen, die heute in den USA leben, fast immer die Regel. Tatsächlich hatten alle meiner InformantInnen einen Kontakt in den USA, bevor sie mit ihren Eltern und Geschwistern folgten. Der deutsch-amerikanische Vergleich veranschaulicht die unterschiedlichen Herangehensweisen beider Staaten im Umgang mit bosnischen Flüchtlingen, obschon eine universelle Flüchtlingsdefinition vorliegt: Auf der staatlichen Makro-Ebene gab es unterschiedliche Rechtsvorschriften. Auf der zwischenmenschlichen Mikro-Ebene entschieden sich einige der MigrantInnen, den Flüchtlingsstatus zu umgehen, um später als Geduldete nicht mit der Abschiebung konfrontiert zu werden. Ein populärer Umweg in Deutschland war hierbei die Scheinehe, um das Bleiberecht zu erhalten.

Schutzrichtlinien des temporären Duldungsstatus, wie zunächst von deutschen Behörden praktiziert, nötigten bosnische Flüchtlinge dazu, all ihre Optionen offenzuhalten – die Erhaltung transnationaler Kontakte zu Bosnien oder anderen Drittstaaten wie den USA mitinbegriffen (Valenta et al. 2011). Diese transnationalen Bindungen sollten den Betroffenen helfen, trotz der Beschränkungen so eigenständig wie möglich ihre Migration zu gestalten(Dimova 2006). Da viele nicht in eine vom Krieg gezeichnete Heimat zurückkehren wollten, entschieden sich diese Personen, über den Atlantik in Richtung USA zu migrieren. Warum aber wurden bosnische Flüchtlinge von den US-amerikanischen Behörden so willkommen geheißen? Es scheint, als seien bosnische Flüchtlinge aufgrund ihrer europäischen Herkunft die bevorzugten EmpfängerInnen humanitärer Aufnahmebewilligungen gewesen. Whiteness ermöglichte es ihnen, weitgehend unsichtbar zu bleiben und vorerst einen Insider-Status zu erhalten, auch wenn sie in der Praxis weiterhin eine Minderheit blieben. Sofern wir uns Ongs Behauptungen anschließen, dass die „schwarz-weiß Polarität“ die allgemeinen ideologischen Rahmenbedingungen aufstellt, um Neuankömmlinge in den USA symbolisch zu sortieren (Ong 1996:739), so ist die whiteness bosnischer Flüchtlinge ein signifikanter Faktor, um ihnen einen respektablen Status in der hoch stratifizierten und rassistisch strukturierten nordamerikanischen Gesellschaft zu gewähren.

 

Integrationserfahrung

Die Soziologie hat eine Palette an Themen untersucht, die sich an Migrantengemeinschaften und sozialen Unterstützungen orientiert. Diese beinhalten, wie Familienmitglieder die Einwanderung ihrer Angehörigen fördern und erleichtern; die Rolle der Familiennetzwerke, die den InformantInnen helfen, um Jobs und Wohnraum zu gewähren; und wie Familien Überlebensstrategien entwickeln und den Einwanderern beim Integrationsprozess assistieren (Foner 1997; Clark et al. 2009). Die Familienzusammenführung in den USA verhalf bosnischen Flüchtlingen bis in das Jahr 2001 hinein, um in das Land einzureisen. Diese Situation verstärkte nicht nur das Phänomen der Migrationsketten, sondern auch die Entstehung von Mikro-Gemeinschaften. Hinzu kommt, dass die in San Francisco lebenden Flüchtlinge mit hohen Wohnkosten konfrontiert waren. Das veranlasste viele dazu, in unsichere Gegenden mit schlechten Gebäudezuständen, wie Western Addition und Tenderloin, umzusiedeln. Andere wichen in umliegende Städte wie Oakland aus. Solche Aspekte haben den Akkulturationsprozess sicherlich nicht vorangetrieben. Aufgrund der hohen Wohnkosten in der Region arbeiten die meisten meiner InformantInnen viele Wochenstunden. Solche Restriktionen halten sie davor zurück, Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen. Schlussendlich haben sie das Gefühl, dass sie wesentlich weniger Freizeit haben, als es bei ihren Eltern im damals sozialistischen Jugoslawien der Fall war. Dies wiederum führt zu einer Idealisierung der verlorenen Heimat.

Häufig wechselten die InformantInnen zwischen Pragmatismus und Romantisierung des verlorenen Heimatlandes. Als wir im Gespräch auf den Arbeitsmarkt zu sprechen kamen, behaupteten viele meiner InformantInnen, dass sie sich aufgrund der mangelnden Möglichkeiten und dem hohen Korruptionsgrad niemals vorstellen könnten, nach Bosnien zurückzukehren. Als sich jedoch später einige über die Gentrifizierung und die Arbeitsauslastung im schnelllebigen San Francisco beschwerten, stellten viele Bosnien plötzlich als einen idealen Ort dar, wo sich Menschen „im Gegensatz zum reichen Westen“ noch Zeit für Freunde und Familie nehmen. Diese romantisierte Vorstellung Bosniens wurde jedoch später in einem anderen Kontext widerrufen: Eine der primären Assoziationen mit Bosnien war Stress. Jeden Sommer, wenn sie Familienangehörige in Bosnien besuchten, mussten sie teilweise miterleben, wie ihre Eltern von Nicht-MigrantInnen dafür verurteilt wurden, dass sie ihr Land verlassen und somit aufgegeben haben, als es sie am meisten gebraucht hatte. Zugleich sind aber Nicht-MigrantInnen finanziell abhängig von ihren Verwandten im Ausland. Jede und jeder einzelne meiner InformantInnen bestätigte, dass ihre Eltern regelmäßig Geld nach Bosnien überweisen. Sie selbst sehen sich jedoch nicht dafür verantwortlich, diese Art von Unterstützung weiterzuführen. Nach Angaben der Weltbank rangiert Bosnien auf Platz drei hinsichtlich der jährlichen Devisenüberweisungen. Doch die jüngste Generation der bosnischen Diaspora scheint sich für diese Transfers weniger verantwortlich zu fühlen als noch die Elterngeneration. Sie begründen dies damit, dass „im Westen […] das Geld doch auch nicht vom Himmel [fällt]“.

Was auf den ersten Blick widersprüchlich erscheinen mag, verdeutlicht die komplexe Beziehung der Flüchtlinge zu ihrem Heimatland. Je nach Kontext werden nach und nach Schichten abgetragen, die einer ständigen Verlagerung des Heimatbegriffs unterliegen. Wichtig hierbei ist auch die romantisierte Vorstellung Bosniens, die gar nicht unbedingt das heutige Land beschreibt, sondern vielmehr Jugoslawien, welches meine InformantInnen aufgrund ihrer Altersgruppe primär aus Erzählungen kennen. Ihre Eltern, viele von ihnen Jugo-NostalgikInnen,[7]übertragen ihre Wertevorstellungen auf meine InformantInnen: Obwohl meine InformantInnen selbst in der Theorie die „letzten Jugoslawen“ waren, haben sie in der Praxis wenig von dieser sozialistischen Volksrepublik miterlebt, da sie zwischen einem und sechzehn Jahre alt waren, als das System kollabierte. Der jugo-nostalgische Einfluss mancher Eltern wirkt sich auf die Verortung meiner InformantInnen aus. Jugoslawien scheint ein gemeinsamer Nenner für diejenigen zu sein, die sich heute weigern, ihre nationale Zugehörigkeit auf ihre Ethnie zu reduzieren. Stattdessen möchten sie, wie einst auch ihre Eltern, an der Einheit der Region festhalten.

Große Familiengruppen sowie starke Bindungen innerhalb der bosnischen Migrantengemeinschaft können in Krisenzeiten zwar sehr hilfreichen Rückhalt bieten, sie können allerdings ebenso zur Isolierung und Abhängigkeit zwischen den Familienangehörigen beitragen. Die jüngere Generation bringt sich schneller in die Mainstream-Gesellschaft ein als die ältere. Viele meiner InformantInnen offenbarten, dass die Vergrößerung der Generationslücke sich zusehends durch den Verlust der Muttersprache und der Aufnahme amerikanischer Verhaltensmuster zeige, die nicht immer kompatibel seien mit denen ihres Herkunftslandes. Teilweise hat dieser Assimilationsprozess zu Schwierigkeiten zwischen Eltern und Kindern geführt. Dennoch sollte hier beachtet werden, dass generationenübergreifende Entfremdungsprozesse auch polykausal sein können und sich nicht lediglich auf den Assimilationsprozess reduzieren lassen. Viele der bosnischen Eltern bekommen das Gefühl, dass sie immer mehr die Kontrolle über ihre Kinder verlieren, die zunehmend die bosnische Kultur, Sprache und Identität verlieren und bevorzugen, Englisch zu sprechen. Diese Schwächung familiärer Bindungen schreiben sie dem amerikanischen Individualismus zu. Meine Forschungsergebnisse haben jedoch ebenso aufgezeigt, dass dieses häufige Bild der Generationskonflikte, die nicht nur in Migrantengruppen auffällt, einseitig und irreführend sein kann. Mit einem nuancierten Ansatz schaut man sich die Streitquelle und Belastung näher an, ebenso wie die Betreuung und Unterbringung, um besser nachzuvollziehen, wie sich diese Generationsbeziehungen mit der Zeit wandeln. Die typischen Belastungen zwischen Jugendlichen und Eltern in den USA können in Migrantenfamilien aufgrund der kulturellen Unterschiede sicherlich intensiviert werden (Foneret al. 2007, Suarez-Orozco et al. 2001, Zhou 2001). Dieser Kulturkonflikt versteht sich als Generationsdissonanz (Swartz 2009, Foner 1997). Meine Forschungsergebnisse deuten aber auch daraufhin, dass viele meiner InformantInnen sich stark auf ihre Familien verließen. Sie sahen die Strapazen des Krieges sowie der Umsiedlung in ein so weit entferntes unbekanntes Land als etwas an, das die Familie noch stärker zusammengeführt hat. Einige verglichen ihre familiären Bindungen mit denen ihrer amerikanischen Freunde und beschrieben sich selber dabei als familienorientierter. Wie bei der Verortung des Heimatbegriffs scheinen auch hier komplexe Kombinationen durch, wo es nicht nur zwei binäre Pole gibt. Das Familienverhältnis meiner InformantInnen gegenüber ihren Eltern weist zugleich dynamische Schwankungen von Zuneigung, Loyalität und Dankbarkeit einerseits, sowie Verantwortung und Pflichtgefühl andererseits auf.

Zusammenführend lässt sich sagen, dass sich meine InformantInnen sowohl kulturell als auch wirtschaftlich und gesellschaftlich gut integriert haben. Obwohl ihre Wahrnehmung zum Heimatland je nach Kontext schwankt, kann generell gesagt werden, dass es primär kulturelle Bindungen sind, die ihren Bezug zu Bosnien prägen, während die wenigsten wirtschaftlich in das Land investieren oder sich gesellschaftlich engagieren. Meine empirischen Forschungsergebnisse zeigen auf, dass ihre gelebte Kultur des Herkunftslandes in der Diaspora eine Grenzzone produziert, die als eine Art Zwischenraum oder „Dritter Raum“ (Bhabha 1994) zwischen der Mainstream-Gesellschaft und dem Herkunftsland der MigrantInnen interpretiert werden kann. Die Ströme, Verbindungen und Netzwerke ermöglichen eine vereinfachte Aufrechterhaltung virtueller transnationaler Räume. Der Grad und die Vielzahl an Aktivitäten und Beziehungen, welche die MigrantInnen in einem virtuellen Raum mit verschiedenen Gesellschaften aus verschiedenen Ländern zugleich zusammenbringen kann, sind präzedenzlos (Vertovec 2007). Außerdem ermöglicht die heutige Vielzahl an Verkehrsinfrastrukturen günstigere Reisen zwischen dem Herkunfts- und Residenzland. Der globalisierte Kontext ermöglicht eine neue Form von Kultur, in der sich Migranten „here“ befinden, während sie das Essen, gesellige Beisammensein und die Kultur von „there“ genießen. Dies bildet eine schwammige (t)here-Linie, die über die nationalen Grenzen hinausgeht.

 

Meine Rolle im Vorgesehenen Feld

Mein Interesse an Migrantengruppen aus Bosnien, die heute in der Diaspora leben, ist meiner persönlichen Lebenserfahrung und meinen akademischen Tätigkeiten geschuldet. Mein persönliches Schicksal hat zu einem tieferen Verständnis für die Hürden geführt, mit denen MigrantInnen auf ihrem Weg zur Integration konfrontiert sind. Da ich selbst in jungen Jahren Bosnien mit meiner Familie verlassen musste, beeinflusste ich damit auch (unter)bewusst meine InformantInnen. Zu Beginn sah ich es sehr kritisch, Interviews basierend auf gemeinsamen Schicksalen durchzuführen, um keine verzerrten Ergebnisse zu erhalten. Schnell stellte ich jedoch fest, dass das Teilen meiner Erfahrungen meine InformantInnen dazu angeregt hat, sich mir zu öffnen, da sie sich besser verstanden gefühlt haben. Ich glaube sogar, dass bestimmte Informationen lieber unter Gleichgesinnten geteilt werden, womit Fremdheit zwischen den InformantInnen und mir abgebaut werden konnte. Zu guter Letzt möchte ich meine LeserInnen darauf aufmerksam machen, dass eben nicht Distanz und Objektivität für diese Forschungsarbeit angestrebt wurden, sondern ich den emischen Ansatz qualitativer Forschung anwendete, der Subjektivität und Reflexion des Vorgangs in den methodischen Fokus stellt. Daher entschlossich mich, bewusstvon meiner Insider-Rolle Gebrauch zu machen.

 

Anmerkungen 

[1] Um der Kürze willen wird im Folgenden Bezug auf Bosnien genommen, auch wenn Bosnien und Herzegowina gemeint ist.

[2] Das Dayton-Friedensabkommen beendete offiziell den Krieg in Bosnien und wurde am 21. November 1995 bei Dayton (Ohio) paraphiert und am 14. Dezember 1995 in Paris ratifiziert.

[3] Im Folgenden wird Bezug auf die Abkürzung RS genommen.

[4] Im Nordosten des Landes, innerhalb der Föderation Bosnien und Herzegowina, gibt es ein de facto selbstverwaltetes Gebiet namens Brčko.

[5] Die Begriffsverwendung „BosnierInnen“ erfordert weitere Erläuterung. Vor dem Bürgerkrieg in Bosnien bezog sich der Begriff auf die Einwohner der Republik. Hierbei waren Muslime, Serben, Kroaten, Juden, Roma usw. mitinbegriffen. Seit dem Krieg verweist der Begriff vor allem auf diejenigen, welche die Idee eines multiethnischen Staates unterstützen. Auch hier der Kürze halber werden in diesem Beitrag Einheimische aus Bosnien und Herzegowina, unabhängig der Ethnizität, als BosnierInnen bezeichnet, sofern keine spezifische ethnische Gruppierung hervorgehoben wird.

[6] Der Patronage-Staat bezeichnet einen Staat, der sich ein Sorgerecht für BürgerInnen anderer Staaten zumisst, die derselben Ethnie angehören.

[7] Die Angehörigen dieses zum Teil widersprüchlichen Phänomens sind unter dem Begriff Jugo-Nostalgiker bekannt. Sie versuchen Werte wie Antifaschismus und Multinationalismus ihres sozialistischen Jugoslawiens weiterhin zu wahren.

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